Brennpunkt

Eine Gruppe von Sportvereins-Vertretern attackiert seitFebruar 2012 unablässig die Existenz des Theater Bonn, deren Berechtigung unter Hinweis auf ihre Bedürfnisse und auf das theatrale Kölner Angebot sie in Frage stellt. Diese Angriffe verraten eine grobe Unkenntnis von Besuch und vom Betrieb des Bonner Theaters,  Blindheit und Missachtung für dessen urbaner Ausstrahlung und vor allem ein Unverständnis für die kulturelle, individuelle sowie gesellschaftliche Bedeutung des deutschen Theaterwesens. Die Angreifer setzen sich dem Verdacht engstirnigstem Banausentum aus. Leider sind sie bisher noch nicht entschieden von den politischen Repräsentanten der Stadt Bonn in die Schranken gewiesen worden, sondern begleitet von gewissen Journalisten durch missverständliche Äußerungen des Oberbürgermeisters auf ihrem Irrweg noch bestärkt worden.

Prof. Dr. K.   Tudyka                                                                        

Ist das Kunst ? Dann mußt das weg !

Wer kennt nicht die große Bronzeskulptur des Wiener Bildhauers Alfred Hrdlicka im Foyer der Bonner Kammerspiele? Sie war anlässlich einer Aufführung von Faust I und II 1983 geschaffen worden und stand bis zum 9. Dezember 2010 in den Kammerspielen. An diesem Tag wurde sie vor der Öffentlichkeit verborgen in das abgeschirmte Bonner Areal des Innenministeriums verschleppt. Selbst die Mitglieder des Kulturausschusses wussten nichts von der Transaktion. Nur der Generalintendant war informiert. Die 2,65 Meter hohe, 500 kg (mit Marmorsockel) schwere Bronzeskulptur von Alfred Hrdlicka im Foyer der Kammerspiele (geschätzter Wert 1 Mio. €) war eine Dauerleihgabe des Bundes an die Stadt, die auf einem Vertrag vom 2.3.1983 beruhte. Am 23.6.2009 hat der frühere Kulturdezernent Dr. Ludwig Krapf den Vertrag zum 31.12.2009 gekündigt. Als Grund nannte er in seinem Schreiben, das Foyer würde gründlich renoviert und der Raum für andere Zwecke gebraucht werden müssen. Hat mit dieser „Entsorgung“ die „Entkernung“ der Kammerspiele begonnen?Zwei Tage nach dem Abtransport der Skulptur wurde im Opernhaus über „Ist das Kunst oder muss das weg?“ diskutiert. Soll man in Bonn das „oder“ nicht durch ein „dann“ ersetzen, dann protestieren Sie mit uns gegen den neuen Streich der städtischen Verwaltung und fordern Sie vom neuen Kulturdezernenten, Herrn Martin Schumacher, eine Rücknahme des Beschlusses und die Rückführung der Skulptur.(Martin.Schumacher@bonn.de).