Rolf Mautz Bonner Theaterpreisträger 2013

Zahlreiche Gäste aus Politik und Kultur waren der Einladung der Freunde der Kammerspiele gefolgt zur Verleihung des Bonner Theaterpreises „Thespis“. Wie im Jahr zuvor fand die festliche Veranstaltung wieder auf der Bühne statt, die das Publikum sonst eher aus der Perspektive des Zuschauerraums wahrnimmt. Das ist durchaus so gemeint, denn es geht um die Verbindung der Bühnenkünstler mit ihren Freunden.....weiter

 

  

Ein wenig Wehmut mischte sich am 14.Juli 2013 freilich in die Feier, denn es galt nach zehn Jahren auch Abschied zu nehmen von dem größten Teil des Ensembles, dessen Verträge von der neuen Intendanz nicht verlängert wurden. Wechsel gehört zum Theaterleben – das betonte der FK-Vorsitzende Professor Kurt P. Tudyka in seiner Begrüßungsansprache, die einen weiten Bogen schlug durch die Gefahren, denen das Stadttheater in finanziell heiklen Zeiten trotzen muss. Ein klares Bekenntnis zum kommunal getragenen Theater und speziell zu den Kammerspielen  äußerte Oberbürgermeister Jürgen Nimptsch in seiner Ansprache, in der er den Kammerspielfreunden und besonders ihrem Vorsitzenden für das unermüdliche Engagement dankte. Die Unverzichtbarkeit der zentralen Spielstätte des Schauspiels in Bad Godesberg hob auch Bezirksbürgermeisterin Annette Schwolen-Flümann hervor.            

Für seine hervorragenden künstlerischen Leistungen und für sein Engagement für das Bonner Schauspiel ausgezeichnet wurde der in Bad Godesberg geborene Rolf Mautz mit dem 6. „Thespis“ ausgezeichnet. Der 66jährige beliebte Schauspieler bedankte sich mit einer launigen Rede über die Wirkungen des Theaters. Seine Verdienste hob die TG-Vorsitzende Elisabeth Einecke-Klövekorn hervor, die in ihrer Laudatio das ganze Ensemble würdigte, das sich zum Ende der Spielzeit auflöste. Alle Mitglieder des Ensembles tauchten noch mal in markanten Rollen auf in einem Videofilm von Lars Figge. Der witzige Zusammenschnitt sorgte für entspannte Heiterkeit.  

Für einen kleinen Missklang hatte im Vorfeld der scheidende Generalintendant Klaus Weise gesorgt, der seine Teilnahme wegen der Anwesenheit des Bonner Oberbürgermeisters absagte. Ein Teil des Ensembles erschien erst nach der Rede des Stadtoberhaupts. Wirklich hinreißend klang dagegen die raffinierte musikalische Collage der bekannten Bonner Pianistin Susanne Kessel, die für jedes Ensemble-Mitglied zum Abschied eine kleine tönende Kostbarkeit (überwiegend Werke von Bonner Komponisten) vorbereitet hatte. „We’ll meet again“ durften alle mitsingen, bevor der junge Trompeter Julian Schneid sie dem Datum entsprechend mit der französischen Nationalhymne zum Feiern ins Foyer lockte. Wo alle sich einig waren: Ein trotz aller Bedenklichkeiten und mancher Zukunftssorgen sehr gelungenes Fest!